FRACHTDIENST NACH FAHRPLAN

Ein Lastwagen mit Fahrplan zwischen Makungu und Makambako mit fixem Fahrplan und fixen Haltestellen: Um den Transport von Waren vom Dorf zum Markt in der Stadt zuverlässig und planbar zu machen, möchten Rajan und Francis folgende Idee umsetzen: Lastwagen verkehren mit fixem Fahrplan und fixen Haltestellen. Wer etwas zu transportieren hat, kann über SMS Platz für seine Ware reservieren und auch gleich dafür mit dem mobilen Telefon bezahlen. Also quasi ein Billet für Cargo zum voraus kaufen für fixe Abfahrtszeiten, wie bei einem Bus für Personen.

Weil Transport ein häufiger Engpass für viele von farip unterstützte Vorhaben ist, will farip dieser Idee so rasch wie möglich zum Durchbruch verhelfen. Die hohe Einstiegsschwelle ist dabei eine Herausforderung.

Vorgeschichte und Stand des Vorhabens

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben immer wieder gezeigt: Der Transport von und zu Dörfern in Tansania ist durchs Band weg opportunistisch, und daher nie planbar. Somit muss für jede Ladung ein grosser Aufwand betrieben werden bis es klappt. Und man weiss nie ob und wann genau es klappen wird. Das führt dazu, dass gerade auf den Agrarmärkten fast ausschliesslich nur ein Spot-Markt-Verhalten möglich ist: Man handelt nur, wenn man die Ware sieht, und dann muss es schnell gehen. Terminlich zugesicherte Lieferungen oder regelmässige Lieferungen werden so unmöglich. Und: Kleinmengen, die keinen Lastwagen füllen, müssen immer hinten anstehen und hoffen, dass auf irgendeinem Vehikel vielleicht noch etwas Platz frei wird. Somit sind die meisten Bauern, die nie eine Lastwagenfracht von 30 Tonnen aufs Mal zusammenbekommen, den Händlern ausgeliefert. Und diese wiederum können keine Lieferungen an die Grossabnehmer auf Termin zusichern. Das ganze opportunistische System funktioniert zwar, aber es ist unnötig teuer.

Rajan und Francis wollen nun einen Scheduled Cargo Service SCS einführen, einen “Frachtdienst nach Fahrplan”. Lastwagen würden wie ein Personenbus eine vorbestimmte fixe Route nach Fahrplan fahren und an festgelegten Stationen zum Beladen und Entladen halten. Wer etwas zu transportieren hat, kann per SMS Platz reservieren und auch gleich via Mobiltelefonie dafür bezahlen, und sich so den Transport mit wenig Aufwand zuverlässig sichern. Und das nicht nur für grosse Tonnagen, sondern auch für einzelne Säcke, Bananenstauden, Körbe, Harassen und Kleingut.

Dafür möchten Rajan und Francis alte, noch gut erhaltene Vehikel auch auf den Seitenstrassen in die Dörfer hinaus betreiben, im Unterschied zu heute, wo meist nur Vehikel in ihrer letzten Lebensphase noch auf solchen Strassen eingesetzt werden.

farips Abklärungen haben ergeben, dass Francis ein sehr erfahrener Fahrer von Benzin-Tanklastern ist, die schwierigste und verantwortungsvollste Stufe des Fahrens überhaupt. Und Rajan ist ein Allrounder, der auch Autowracks kauft, diese wieder instandsetzt und mit Gewinn verkauft. So scheint klar, dass diese beiden im Unterschied zu vielen anderen bestens wissen, wie ein Vehikel gefahren und gewartet werden muss.

Als ersten Schritt schlagen sie farip vor, sie möchten mit einem kleinen Transporter die 80 km Erdstrasse zwischen Makungu und Makambako bedienen, um das Konzept auszuprobieren und zu testen. Vor allem muss auch das Reservierungs- und Bezahlungssystem auf Herz und Nieren geprüft werden. Doch die dafür notwendige Investition liegt über dem, was die beiden in ihrer jetzigen Situation stemmen können. Der Vermittler TBM, ein langjähriger Partner von farip, will da einspringen. TBM hat selbst ein sehr hohes Interesse an SCS, weil er damit die TSS-Vermittlungsgeschäfte viel zuverlässiger organisieren kann. TBM hat sich anerboten, das Vehikel auf eigene Rechnung zu beschaffen und an die beiden zum Selbstkostenpreis zu vermieten, bis diese ihre eigene Firma gegründet haben. Und: TBM hat zugesichert alle ihre TSS-registrierten Deals auf der Strecke Makungu-Makambako ausschliesslich über SCS als Transporteur abzuwickeln.

farip hat entschieden, einen Kredit als Starthilfe zu gewähren. Als Sicherheit für den Kredit haben Rajan, Francis und TBM angeboten, ihre auf eigenem Boden wachsenden Bäume enzusetzen. Dies wiederum interessiert farip aus anderem Grund: GRACOMA. Somit sind günstige Voraussetzungen geschaffen, dass diese innovative Idee ausprobiert werden kann.

farip hat erst im Oktober 2019 entschieden, dieses Vorhaben “aktiv” zu schalten. Es geht jetzt darum, die Finanzen zu finden, um den beiden und TBM die Kredite für den Kauf und Startbetrieb ihres ersten Kleinlasters zu gewähren. Damit sollen sie ihre ersten konkreten Test-Erfahrungen mit SCS machen. Die Spendenkampagne der farip läuft, bis der Zielbetrag von 23’000 CHF erreicht ist.