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Versorgungsketten in den eigenen Händen halten

Daressalaam, 2022-10-28. Die grosse Mehrheit der Wenigverdienenden in den grossen städtischen Zentren hat Mühe, die Ernährung in guter Qualität und zu günstigen Preisen zu sichern, obwohl dort der weitaus grösste Absatzmarkt für Agrarprodukte liegt. Was, wenn die Versorgung mit Agrarprodukten aus dem Landesinneren über ein eigenes Netz von Verkaufsstellen in den Städten laufen könnte? Eben ist eine mehrköpfige Delegation der Stiftung farip nach Tansania aufgebrochen, wo sie das Vorhaben Verkaufsstellen näher erkunden will. Darunter sind auch zwei Studierende der Hochschule St. Gallen mit Fachrichtung „Business Innovation“, die farip wissenschaftliche Grundlagen zur Innovation im ländlichen Raum liefern werden.

Die Idee: Entlang der Route des «Transportes-nach-Fahrplan» werden kleine Lager eingerichtet, wo der Lastwagen Ware deponieren kann. Dort könnten dann Kundinnen wie Fatuma mit ihrer Garküche ihre Lieferungen lagern und entsprechend ihrem Tagesbedarf abholen. Auf dem Bild ein Protoyp einer solchen Verkaufsstelle in Daressalaam. Lesen Sie hier bald mehr darüber!

Waldwirtschaft mit Wildfrüchten

Magungugli, 2022-09-25. Ragpa Tweve und seine Frau Christina betreiben im Magunguli eine Baumschule für Aufforstungen. Sie experimentieren jetzt mit der Vermehrung von einheimischen Waldbäumen mit essbaren Wildfrüchten: Mikusu beispielsweise sind sehr beliebt. Die Setzlinge verkaufen sie an Bauern für ihre Aufforstungen. Ihre Vision: Mit der Verarbeitung, Konservierung und Vermarktung der Wildfrüchte mit dem Naturwald Geld verdienen. Unsere Vision ist eine Kombination mit dem GRACOMA-Vorhaben: Die Bäume geben nicht nur einen Ertrag durch den Verkauf von Früchten, sie fixieren auch CO2 und können als Kredit-Sicherheit dienen.

Was hat ein Smartphone mit der Garküche zu tun?

Kigamboni, Daressalam, 2022-08-31. Aus dem Spenderumfeld hat farip ein Dutzend Smartphones Samsung Galaxy 8 erhalten, die jetzt von Elibariki für die Kommunikation im Coaching eingesetzt werden. Fatuma Sadiki, die bisher ein Mobiltelefon von Freunden ausleihen musste, demonstriert sofort Selbständigkeit: „Das Smartphone hilft mir in der Kommunikation mit Kunden, ich kann auch Informationen über meine Garküche auf Social Media teilen und neue Kochtechniken recherchieren.“ Die Belege für das Coaching kann Fatuma nun mit dem Smartphone unkompliziert dem Buchhalter Elibariki weiterreichen.

Das Venture: Ihre Garküche betreibt Fatuma seit bald einem Jahr in Kigamboni, dem Hafenviertel von Daressalam. In einem schwierigen Umfeld gelingt es Fatuma trotz dem Umsatzrückgang während der Corona-Pandemie und den jetzigen Preissteigerungen von Getreide, die Zinsen des Kredits von farip und auch erste Abzahlungen zurückzuzahlen.

Ein nächster Entwicklungschritt könnte darin bestehen, dass Fatuma zusammen mit TBM in Kigamboni einen BOP-Verkaufspunkt für die Lieferungen von landwirtschaftlichen Produkten aus dem Landesinnern betreibt.

Waldparzellen als Kredit-Sicherheit – ein Experiment

Magunguli, 2022-05-21. Ragpa und Christina Tweve verfolgen seit Langem schon die Idee, Waldparzellen als Sicherheit für Kredite zu konzipieren. Mageres Land forsten sie derweil mit einheimischen Bäumchen auf, die sie in der eigenen Baumschule ziehen. Und sie sind nicht die einzigen: In ihrem Dorf Magunguli hat sich gar eine Vereinigung der Baumpflanzer gebildet. Jeder Kreditgeber will sicher sein, dass die Bäume über die ganze Laufzeit des Kredites geschützt sind. Zur Registrierung und Dokumentation baut jetzt im Dorf Magunguli die Vereinigung der Baumpflanzer eine Organisation auf: GRACOMA «Growing Assets Collateral Management». Inzwischen interessieren sich auch CO2-Zertifizierer für solche Baumbestände in Tansania, darunter zusammen mit farip auch das Ithaka Institut im Wallis. Weiterlesen..

Klimaschutz: Bio-Kohle als CO2-Deponie im Boden

Magunguli, 2021-11-05. Diese Frage treibt uns alle um: Wie kann Kohlenstoff dauerhaft und sicher deponiert werden, damit er nicht zu CO2 verbrennt, welches in der Atmosphäre als Treibhausgas die Klimaerwärmung weiter antreibt? farip hat auf der Projektreise nach Tansania im Oktober eine hochinteressante Idee weiterverfolgt: Könnte Kohlenstaub aus organischen Abfällen in den Boden gebracht werden, wo er nicht verbrennen und nicht mehr entweichen kann? Die günstigen Eigenschaften von Holzkohle im Boden ermöglichen darüberhinaus intensive Gemüsekulturen – ein doppelter Nutzen! Das hat sich vielerorts in der Praxis bewährt und dazu gibt es auch fundierte wissenschaftliche Untersuchungen. Weiterlesen..

 

Innovationen sind nicht einfach zu realisieren

Makambako, 2021-02-23. Das Vorhaben „Transport nach Fahrplan“ Scheduled Cargo Service SCS kommt so beschwerlich voran wie Lastwagen auf holprigen Nebenstrassen in Tansania. Ein erster Schaden am Lastwagen während der Regenzeit erforderte eine grössere Raparatur am Fahrgestell. Es zeigte sich dann, dass für das innovative Experiment grosses Durchhaltevermögen erforderlich ist. So schnell wie erhofft stellen sich die Bauern nicht auf die regelmässige Transportmöglichkeit ins städtische Absatzgebiet ein: Sie wollen erst direkt erleben, ob und wie so ein Transportdienst nach Fahrplan zuverlässig von ihren abgelegenen Dörfern bis in die Stadt funktioniert. Da auch in Tansania die Corona-Situation das Business quer durchs ganze Land erschwert, glaubt SCS, vor allem Umsatz mit den bisherigen opportunistischen Transportangeboten – wir fahren wenn wir voll sind – erzielen zu müssen, auch wenn dies dem angestrebten Fahrplan gänzlich widerspricht. Aber ohne einen zuverlässigem Fahrplan zu demonstrieren bleibt die Innovation blosse Idee. Eine Zwickmühle, wo farip gefordert ist, ihnen zu zeigen, wie sie trotzdem in der Umsetzung ihres innovativen Lastwagenfahrplan-Modells weiterkommen können.

Es zeichnet sich auch ab, dass an den definierten Haltestellen Lagermöglichkeiten eingerichtet werden müssen, weil die Produzenten nicht bis zur Fahrplanzeit warten können. Und für die „Buchungen“ werden lokale Agenten und ein „Buchungssystem“ benötigt. Immerhin konnten im Dezember und im Februar je zwei grosse Retourtransporte nach Daressalaam gefahren werden, also geht es schon in die richtige Richtung. Immer wieder ist Umdenken angesagt, viel Unvorhergesehenes zwingt zum Überdenken und Lernen. Solches Lernen anhand der konkreten sich ergebenden Herausforderungen zu ermöglichen ist denn auch die Kernaufgabe von farip. Weiterlesen..

 

Garküche in Kigamboni

Kigamboni, 2021-01-21. Im Dezember konnte Fatuma Sadiki ihre Garküche eröffnen. Doch auch in Daressalaam hat Corona zu grossen Verwerfungen geführt, noch ist unklar, wie weit der Betrieb von Fatumas beeinträchtigt wird. 

Das Vorhaben von farip beinhaltet einerseits einen Kredit mit einer Laufzeit von drei Jahren. Andererseits leistet farip während dieser Zeit kostenloses betriebswirtschaftliches Coaching, um den kommerziellen Erfolg des Start-ups abzusichern. Weiterlesen..

Vermarktung der Briketts in Daressalam

Magunguli, 2020-08-25. Der erste Transport von 10 Tonnen Kohlestaub-Briketts wird von den Leuten der Kleinfirma MTM in Magunguli abgepackt und geladen. Mit dem „Transport nach Fahrplan“ von Rajan gelangt die Ladung nach Daressalam, wo im Hafenviertel Kigamboni ein kleiner Lagerraum für 6 Monate angemietet wurde. Dort laufen gleich mehrere Fäden von farip-Ventures zusammen: Fatuma verkauft abgepackte Bohnen und die Briketts an Kleinläden und Wenigverdiener. Der Transport nach Fahrplan über die 800 km macht die Vermarktung der experimentellen Kohlenstaub-Briketts erst möglich. Weiterlesen..

Corona-Pandemie

Makambako, 2020-06-12. Auch unsere Ventures in Tansania werden von der Corona-Pandemie tangiert. Vor allem ist der Transport noch unzuverlässiger geworden: Beispielsweise sind Lucy’s Verkäufe von abgepackten Bohnen im Mai eingebrochen, weil einer ihrer wichtigsten Abnehmer nicht mehr in Makambako erscheint. Zudem konnte der Direktverkauf nach Daressalaam noch nicht zuverlässig und regelmässig etabliert werden. Es zeigt sich, dass unser Venture «Transport nach Fahrplan» eine zentrale Rolle in der Vermarktung spielen muss.

 

Fatumas kleiner Laden in Kigamboni, Daressalaam

Kigamboni, 2019-11-27. Fatuma hat in ihrem kleinen Laden in Kigamboni, dem Hafenviertel von Daressalaam, erfolgreich die ersten verpackten Bohnen verkaufen können, welche ihr Lucy Kyando aus Makambako, aus dem Landesinnern, geschickt hatte. Das Experiment hat funktioniert! Jetzt ist die Handelsfirma TBM gefordert, für die wöchentliche Lieferung von kleinen Mengen zu sorgen. Der Schlüssel zum Erfolg wird das Vorhaben mit Scheduled Cargo Service sein. Nur so kann sich die Idee der beiden Frauen weiter entwickeln!
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Engpass Transport: Kleinhandel hätte grösseres Potential

Makambako, 2019-10-27. Die Unsicherheiten im Transport sind ein grosser Engpass zur Steigerung des Einkommens im ländlichen Tanzania. Man weiss nie, ob man einen Lastwagen bekommt, man kann nie garantiert zur Zeit liefern. Manchmal klappt es einfach nicht, und man bleibt auf der Ware sitzen oder muss sie zu billig verkaufen. Die Idee von Francis und Rajan scheint einfach: Sie wollen einen kleinen Lastwagen wie einen Bus fahren, mit fixem Fahrplan und Haltestellen. Wer etwas transportieren will, kann Platz reservieren und bezahlt das Ticket zum voraus. Gefahren wird, ob voll oder nicht. Auch einzelne Säcke kommen mit. Sofort hat die Vermarktungsfirma TBM, mit welcher farip seit langem arbeitet, diesen neuartigen Service für ihre Vermarktungsketten bestellt. TBM stellt ihre DorfvertreterInnen als Organisatoren an den Haltestationen und als Ticketverkäufer zur Verfügung, damit steht das Netzwerk. Francis und Rajan wollen zunächst Erfahrungen sammeln auf der Route Makungu, Magunguli, Isaula, Kitandililo, Nyamande bis zum Markt in Makambako und zurück.
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