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Innovationen sind nicht einfach zu realisieren

Makambako, 23. Februar 2021. Das Vorhaben „Transport nach Fahrplan“ Scheduled Cargo Service SCS kommt so beschwerlich voran wie Lastwagen auf holprigen Nebenstrassen in Tansania. Ein erster Schaden am Lastwagen während der Regenzeit erforderte eine grössere Raparatur am Fahrgestell. Es zeigte sich dann, dass für das innovative Experiment grosses Durchhaltevermögen erforderlich ist. So schnell wie erhofft stellen sich die Bauern nicht auf die regelmässige Transportmöglichkeit ins städtische Absatzgebiet ein: Sie wollen erst direkt erleben, ob und wie so ein Transportdienst nach Fahrplan zuverlässig von ihren abgelegenen Dörfern bis in die Stadt funktioniert. Da auch in Tansania die Corona-Situation das Business quer durchs ganze Land erschwert, glaubt SCS, vor allem Umsatz mit den bisherigen opportunistischen Transportangeboten – wir fahren wenn wir voll sind – erzielen zu müssen, auch wenn dies dem angestrebten Fahrplan gänzlich widerspricht. Aber ohne einen zuverlässigem Fahrplan zu demonstrieren bleibt die Innovation blosse Idee. Eine Zwickmühle, wo farip gefordert ist, ihnen zu zeigen, wie sie trotzdem in der Umsetzung ihres innovativen Lastwagenfahrplan-Modells weiterkommen können.

Es zeichnet sich auch ab, dass an den definierten Haltestellen Lagermöglichkeiten eingerichtet werden müssen, weil die Produzenten nicht bis zur Fahrplanzeit warten können. Und für die „Buchungen“ werden lokale Agenten und ein „Buchungssystem“ benötigt. Immerhin konnten im Dezember und im Februar je zwei grosse Retourtransporte nach Daressalaam gefahren werden, also geht es schon in die richtige Richtung. Immer wieder ist Umdenken angesagt, viel Unvorhergesehenes zwingt zum Überdenken und Lernen. Solches Lernen anhand der konkreten sich ergebenden Herausforderungen zu ermöglichen ist denn auch die Kernaufgabe von farip.

 

Garküche in Kigamboni

Kigamboni, 21. Januar 2021. Im Dezember konnte Fatuma Sadiki ihre Garküche eröffnen. Doch auch in Daressalaam hat Corona zu grossen Verwerfungen geführt, noch ist unklar, wie weit der Betrieb von Fatumas beeinträchtigt wird. 

Das Vorhaben von farip beinhaltet einerseits einen Kredit mit einer Laufzeit von drei Jahren. Andererseits leistet farip während dieser Zeit kostenloses betriebswirtschaftliches Coaching, um den kommerziellen Erfolg des Start-ups abzusichern. Der Projektaufwand beläuft sich auf 18’000.- CHF. Spenden sind erwünscht, das geht auch online unter https://www.farip.ch/farip-spende-online

Vermarktung der Briketts in Daressalam

Magunguli, 25. August 2020. Der erste Transport von 10 Tonnen Kohlestaub-Briketts wird von den Leuten der Kleinfirma MTM in Magunguli abgepackt und geladen. Mit dem „Transport nach Fahrplan“ von Rajan gelangt die Ladung nach Daressalam, wo im Hafenviertel Kigamboni ein kleiner Lagerraum für 6 Monate angemietet wurde. Dort laufen gleich mehrere Fäden von farip-Ventures zusammen: Fatuma verkauft abgepackte Bohnen und die Briketts an Kleinläden und Wenigverdiener. Der Transport nach Fahrplan über die 800 km macht die Vermarktung der experimentellen Kohlenstaub-Briketts erst möglich.

Corona-Pandemie

Makambako, 12. Juni 2020. Auch unsere Ventures in Tansania werden von der Corona-Pandemie tangiert. Vor allem ist der Transport noch unzuverlässiger geworden: Beispielsweise sind Lucy’s Verkäufe von abgepackten Bohnen im Mai eingebrochen, weil einer ihrer wichtigsten Abnehmer nicht mehr in Makambako erscheint. Zudem konnte der Direktverkauf nach Daressalaam noch nicht zuverlässig und regelmässig etabliert werden. Es zeigt sich, dass unser Venture «Transport nach Fahrplan» eine zentrale Rolle in der Vermarktung spielen muss.

 

Fatumas kleiner Laden in Kigamboni, Daressalaam

Kigamboni, 27. November 2019. Fatuma hat in ihrem kleinen Laden in Kigamboni, dem Hafenviertel von Daressalaam, erfolgreich die ersten verpackten Bohnen verkaufen können, welche ihr Lucy Kyando aus Makambako, aus dem Landesinnern, geschickt hatte. Das Experiment hat funktioniert! Jetzt ist die Handelsfirma TBM gefordert, für die wöchentliche Lieferung von kleinen Mengen zu sorgen. Der Schlüssel zum Erfolg wird das Vorhaben mit Scheduled Cargo Service sein. Nur so kann sich die Idee der beiden Frauen weiter entwickeln!
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Engpass Transport: Kleinhandel hätte grösseres Potential

27. Oktober 2019. Die Unsicherheiten im Transport sind ein grosser Engpass zur Steigerung des Einkommens im ländlichen Tanzania. Man weiss nie, ob man einen Lastwagen bekommt, man kann nie garantiert zur Zeit liefern. Manchmal klappt es einfach nicht, und man bleibt auf der Ware sitzen oder muss sie zu billig verkaufen. Die Idee von Francis und Rajan scheint einfach: Sie wollen einen kleinen Lastwagen wie einen Bus fahren, mit fixem Fahrplan und Haltestellen. Wer etwas transportieren will, kann Platz reservieren und bezahlt das Ticket zum voraus. Gefahren wird, ob voll oder nicht. Auch einzelne Säcke kommen mit. Sofort hat die Vermarktungsfirma TBM, mit welcher farip seit langem arbeitet, diesen neuartigen Service für ihre Vermarktungsketten bestellt. TBM stellt ihre DorfvertreterInnen als Organisatoren an den Haltestationen und als Ticketverkäufer zur Verfügung, damit steht das Netzwerk. Francis und Rajan wollen zunächst Erfahrungen sammeln auf der Route Makungu, Magunguli, Isaula, Kitandililo, Nyamande bis zum Markt in Makambako und zurück.
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