GARKÜCHE

Die Kleinhändlerin Fatuma Sadiki will ein kleines Strassenrestaurant in Kigamboni, dem Hafenviertel von Daressalaam eröffnen und beantragt für diese Investition bei farip ein Darlehen. farip kennt Fatuma seit anderthalb Jahren (Newsletter Dezember 2019): Mit süssen Reiskuchen erwirtschaftet sie sich seither ein regelmässiges Einkommen. Nun will sie sich weiterentwickeln und vernetzt sich mit anderen Ventures von farip. Aus dem 650 km entfernten Gebiet im Landesinneren wird sie dank dem regelmässigen Lastwagentransport «Scheduled Cargo Service» mit Bohnen aus Makambako, Maismehl aus Msowero und Kohlenstaub-Briketts – einem innovativen Brennstoff – aus Magunguli beliefert. Fatuma: «Wer bei mir isst, kann sich gleichzeitig ein Bild machen, wie mit den neuartigen Briketts aus Biomasseabfall gekocht wird. Die brennen ganz anders ab als die traditionelle Holzkohle. Die Einführung dieser Neuerung braucht halt einfach Zeit!»

Das fehlende Glied in der Vermarktungskette

Der Imbiss wird gleichzeitig auch als Verkaufsstelle für die Produkte genutzt, mit welchen Fatuma kocht. Gesäuberte und in kleine Portionen abgepackte Bohnen, nach Mais das wichtigste Grundnahrungsmittel in Tansania, verkaufen sich gut. Bahat Twewe, der mit seiner Vermarktungsfirma TBM ein weitreichendes Produzenten-Netz aufgebaut hat, brachte die Bohnen-Verarbeiterin Lucy Kyando in Makambako mit Fatuma zusammen. Bahat verfolgt mit farip schon seit Jahren die Idee, dass qualitativ gute, bezahlbare Produkte unter den vielen Wenigverdienenden in den Städten einen hoch interessanten Markt finden, der profitabler ist, als sich auf die wenigen Gutverdienenden auszurichten. Fatumas Start-up aus Garkühe und Verkaufsstelle für Produkte aus dem Netzwerk von TBM will farip jetzt mit einem Darlehen von 10`000 CHF auf drei Jahre und betriebswirtschaftlichem Coaching unterstützen, bis das Vorhaben kommerziell auf eigenen Füssen steht.

17. November 2020